Perspektiven

Ein Argument für Studiengebühren lautet: Wenn die Studierenden einen Beitrag leisten führt das zu einem besseren Studienangebot. An der Ryerson University zahlen die Studierende für unsere Verhältnisse sehr hohe Studiengebühren. Ist deshalb das Studienangebot besser? Ich belege an der Ryerson University unter anderem das Fach „Public Administration“. Zahlreiche (sehr interessante) Kurse werden im nächsten Semester (trotz Ankündigung) nicht angeboten. Ich habe mit einem meiner Professoren gesprochen. Er hat gesagt, dass Programm ist unterfinanziert. Übrigens: Die hohen Studiengebühren haben auch dazu geführt, dass sich die „province Ontario“ weniger in die Universitäten investiert.

 

Neue Perspektiven

Durch das Auslandstudium entdecke ich neue Ansätze und bekomme andere Perspektiven. Ich glaube diese Erfahrungen werden mir auch bei meinem künftigen Engagement in der ÖH-Linz (Österreichischen HochschülerInnenschaft) helfen. Ich freue mich darüber den Vorsitz der Studienvertretung Sozialwirtschaft zu übernehmen, wenn ich wieder in Linz bin. 

Die Uni brennt!

Ich solidarisiere mich mit den Studierenden die die Hörsäle besetzen. Es ist ein starkes Signal an die Politik: Österreichs Universitäten brauchen bessere Studienbedingungen und ein sozialeres und gerechteres Universitätssystem.

In Kanada setzt sich die Studierendenvertretung dafür ein, dass die Studiengebühren reduziert werden. Ich habe mich mit einigen KanadierInnen unterhalten. Schulden bis zu 50.000 $ nach Abschluss der Universität sind keine Seltenheit. Viele Studierende müssen nach dem Universitätsabschluss weiterhin bei den Eltern leben. Eine eigene Wohnung würde zu viel kosten und es würde länger dauern die Schulden zurück zu zahlen.

Am 5. November findet ein großer Protesttag in Ontario statt, um auf diese (und andere) Probleme hinzuweisen. Ontario ist übrigens die Provinz mit den höchsten Studiengebühren in ganz Kanada. Hier zwei Fotos von einer Aktion der RSU (Ryerson Student Union) um auf die Schuldenfalle Studiengebühren hinzuweisen:

Studiengebühren

Die schlechte Nachricht zuerst: Die Regelung der Studiengebühren ist kompliziert. Aus diesem Grund hat die ÖH Linz in den Ferien an alle Studierenden einen Brief mit einem Studiengebühren-Infofolder ausgeschickt. Die gute Nachricht: Die Uni rechnet damit, dass rund 80 % der Studierenden keine Studiengebühren zahlen müssen. Insofern hat sich das langjährige Engagement des VSSTÖ gegen die Studiengebühren ausgezahlt. Langfristiges Ziel ist dennoch die endgültige Abschaffung. Das erspart den Unis den Verwaltungsaufwand.

Wichtig: Wer keine Studiengebühren zahlen muss, sollte nicht vergessen, den ÖH Beitrag zu überweisen! Bei Fragen zu den Studiengebühren kannst du dich jederzeit an die ÖH Sozialreferentin Hannah Stögermüller (hannah.stoegermueller@oeh.jku.at) wenden.

OÖN Telefon zu Studiengebühren

Gestern war die ÖH Linz beim OÖN Telefon zum Thema Studiengebühren eingeladen. Zahlreiche Studierende und Eltern haben uns zwischen 13.00 und 14.00 Uhr angerufen. Die hat Aktion hat gezeigt, dass Informationen zu diesem Thema weiterhin sehr gefragt sind. 

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Hahn benachteiligt StipbezieherInnen

Die ÖH an der Uni Graz kritisiert die rechtswidrige Umsetzung der Studiengebührenregelung bei StipendienbezieherInnen. “Zukünftig wird der Studienzuschuss (Rückerstattung der Studiengebühren für StipendienempfängerInnen) nur gewährt, wenn keine Studiengebührenbefreiung im Hauptstudium (gem. StudFG) vorliegt. Liegt eine Befreiung im Hauptstudium, jedoch nicht im Nebenstudium vor, müssen die Studiengebühren selbst übernommen werden.”

Studiengebühren Infoveranstaltung

Die ÖH Linz veranstaltet gemeinsam mit dem Lehr- und Studienservices (ehemals Studien- und Prüfungsabteilung) eine Infoveranstaltung zu den Studiengebühren. Diese Infoveranstaltung findet am Donnerstag, den 29. Jänner um 17.15 Uhr im HS 5 statt. Dort kannst du dich persönlich über die Studiengebührenregelung und die Umsetzung an der Johannes Kepler Universität informieren. 

Bürokratie statt Stichproben

Wissenschaftsminister Hahn (ÖVP) hat die unbürokratische Möglichkeit zur Abwicklung der Studiengebühren endgültig abgeschmettert. Hahn will prüfen, ob sein Modell „den Praxistest besteht und den Ansprüchen der Effizienz gerecht wird.“ Sein Modell der Einzelprüfung widerspricht eindeutig den Prinzipien der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit. Hier kann nur von einer Politik der Anti-Effizienz gesprochen werden. Effiziente Alternativen wie das Linzer Stichprobemodell verstauben gerade in Hahns Schreibtisch. Die Universitäten müssen nun die Durchführung der Verordnung gewährleisten. Die JKU bereitet sich derzeit administrativen Umstellungen vor.

Unis ohne Kohle

Die Universitäten sind unterfinanziert. Bei einem Forschungsgipfel brachte Hannes Androsch die Situation der Universitäten auf den Punkt: „Die Universitäten hängen budgetär in der Luft. Man soll sich nicht auf den 150 Millionen ausreden, die wegen der Studiengebühren (Anmk.: deren Abschaffung) ausbleiben. Die Wahrheit ist, dass die Universitäten seit zehn Jahren ausgehungert werden.“ Diese Aushungerung bekommen wir Studierende zu spüren. Das Wissenschaftsministerium beziffert das Verhältnis zwischen ProfessorInnen und Studierenden auf 323 zu 1. So kann die grundsätzliche Ausrichtung der Universitäten, nämlich die forschungsgeleitete Lehre nicht umgesetzt werden. Die Liste VSSTÖ, IKS und Unabhängige fordert die SPÖ/ÖVP-Regierung auf, mehr Mittel für die Universitäten freizugeben.

Rechenbeispiel

Die JKU hat ungefähr 13.800 Studierende. Nehmen wir an, rund 25 % der Studierenden müssten ab Sommersemester Studiengebühren bezahlen. Das würden für die JKU Einnahmen in der Höhe von 1.254.523,50 Euro bedeuten. Diesen Einnahmen steht ein Verwaltungsaufwand in der Höhe von 828.000 Euro gegenüber. (Der Verwaltungsaufwand wurde von Rektorenchef Badelt in den Salzburger Nachrichten mit 60 Euro pro Studi bemessen.) Somit würde die Uni lediglich 400.000 Euro bekommen. Was nicht einberechnet wurde: Durch die komplizierte Regelung entstehen zusätzliche Kosten beim Bundesrechenzentrum und beim Wissenschaftsministerium. Das zeigt: Die vom Wissenschaftsminister Hahn (ÖVP) entworfene Handhabung der Studiengebührenregelung ist zu aufwändig. Die Kosten wären höher als die Erträge. Diese Kosten müsste wiederum der/die SteuerzahlerIn tragen. Neben der Universitätenkonferenz ist nun auch die Wissenschaftssprecherin der ÖVP für eine komplette Abschaffung der Studiengebühren.

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