Plattformgenossenschaften als Alternativen?

Sind Alternativen zu den venture-kapital getriebenen Plattformen möglich? Trebor Scholz bejaht diese Frage und mobilisiert Ressourcen für die Plattform-Genossenschaftsbewegung. Bei der re:publica moderiere ich eine Diskussion zu diesem Thema am Dienstag, den 7. Mai 2019 von 13.45 – 14.45  Uhr auf der Stage 3. Mehr Informationen sind hier zu finden.

In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass ich vergangen Freitag (3. Mai 2019) beim Personaldialog an der Bundeswehr Universität München einen Vortrag zum Thema Crowdworking und Partizipation gehalten habe (auf Basis dieser Studie). Aufgrund von Beispielen wie MechanicalTurk bekommt man in der Öffentlichkeit den Eindruck, dass sich Plattformen nicht um ihre Crowd kümmern. Aufgrund meiner Forschung komme ich zu folgendem Schluss– wenn es um arbeitsbezogene Anliegen geht, versuchen gerade im deutschsprachigen Raum einige Plattformen ihre Crowd einzubeziehen. Das hat natürlich auch funktionale Überlegungen. Wenn die Arbeit im digitalen Raum passiert, ist eine Konkurrenzplattform nur einen Click weg (bzw. Multihoming und Switching fällt leicht). Ist deswegen alles gut bei Crowdwork? Mitnichten. Aber ich halte es nicht für sinnvoll alle Plattformen in einem Topf zu werfen. Es braucht eine sachlich differenzierte Analyse.

Gleichstellungspolitik in einer digitalen Gesellschaft

Am 5. April hat die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Franziska Giffey, die Sachverständigenkommission für den Dritten Gleichstellungsbericht eingerichtet. Für die 11-köpfige Sachverständigenkommission wurde unter anderem ich berufen. Der Dritte Gleichstellungsbericht der Bundesregierung wird sich mit der Frage befassen, welche Weichenstellungen erforderlich sind, um die Entwicklungen in der digitalen Wirtschaft so zu gestalten, dass Frauen und Männer gleiche Verwirklichungschancen haben.

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Update: Co-Working in der Deutschen Bahn

Ich habe auf meinem Blog bereits das Thema “Mobiles Arbeiten” in der deutschen Bahn besprochen. Für viele Menschen ist Zeit im Zug Arbeitszeit. Vorausgesetzt, dass die deutsche Bahn ihre Pünktlichkeitsquote massiv erhöht, stellt sich die Frage, wie die Bahn auf die Bedürfnisse von arbeitenden Menschen besser eingehen kann.

Gemeinsam mit Harriet Werther habe ich mir dazu Gedanken gemacht. Frau Werther hat sich in meinem Kurs “Digitale Transformation” im Masterprogramm Business & Development (Wintersemester 17/18) mit der Thematik Co-Working in ihrer Seminararbeit auseinandergesetzt und arbeitet als Associate Consultant bei Sopra Steria. Den Artikel können Sie hier nachlesen.

 

Big Tech’s Legitimacy Problem

The New York Times published an insightful piece on how Facebook sought to navigate its recent crisis series (I also recommend to read the supplement analysis of Ben Thompson at Stratechery). Informed by resource dependency theory and theories on power, Facebook’s strategy and tactics are not particularly surprising – lobbying, using personal ties to influence opinions, etc.
What particularly captured my attention, though, is how one political strategist summarized the communication strategy of Facebook (an approach we can also find in other domains, particularly in politics): proactively spreading good news about yourself, while discrediting your direct competitors, challengers (e.g. activists) or other big players in the industry.
Successful implementation of this strategy may lead to short-term gains for an individual player, however, at the long-term, this strategy – if applied by other players as well – has the potential to cause serious legitimacy challenges for the entire industry. If all relevant players in the industry use the same strategy, it means that the overall volume of negative news regarding the tech industry increases. This, in turn, channels out expected gains from positive news about an individual corporation and increases the likelihood that essential stakeholders (e.g., consumers, politicians) increasingly question the appropriateness of all big tech corporations (and not just of individual players). Ironically, big tech’s communication patterns and fights among each other may complement, if not amplify the voices of their critics (e.g., activists calling for regulation).
But why should big tech care? One could argue that these corporations don´t need to care because they have an oligopolistic/monopolistic market position. And due to their lobbying efforts its unlikely that they face serious threats, particularly in the US. Yes, but – and I draw here on Ben Thompson – increasingly questioning their legitimacy and reputation matters for two reasons:
First, the Cambridge Analytica Scandal for Facebook is the equivalent of the First Surgeon Generals Report on the adverse effects of Big Tobacco. The biggest threat for Facebook and Co are not regulations, instead it is the users turning away from the network (after all, the power of their business model is aggregating consumers on the demand side, which makes it desirable for the supply-side (e.g., advertisers, brands) to pay for getting consumer’s attention). Being perceived as the equivalent of big evil tobacco is not particularly helpful for expanding and maintaining a user base (hence it is not surprising that Google and Facebook launch image campaigns – the various ads in Berlin are witness to that). Second, legitimacy and reputation matters for recruiting talent. Big tech is already facing a crisis in this area – consider how it deals with incidents of sexual misconduct and abuse. While money is an important deciding factor for great talent, we must not underestimate that people want to situate themselves in nurturing environments where their intrinsic motivation and self-actualization flourishes. Who wants to work for a corporation perceived as evil, if other meaningful jobs are a click or swipe away?

Digitale Transformation braucht eine digitale Bahn 

Bei der Deutschen Bahn kriselt es. Wer regelmäßig Bahn fährt, spürt es am eigenen Leib. Zahlreiche Verspätungen, Ausfälle und Verzögerungen aufgrund von kaputten Zügen oder Infrastruktur sind an der Tagesordnung. Wer in den Medien Berichterstattung über die Deutsche Bahn verfolgt, hört ebenfalls nicht viel Gutes. Die Bahn möchte ihr Schienennetz digitalisieren um den Ausnützungsgrad der Schienenkapazitäten zu erhöhen und Koordination effizienter zu gestalten. Soweit so gut. Doch es kostet viel und es gibt kein klares Signal der Bundesregierung Geld dafür zur Verfügung zu stellen – bei diesem Budgetkurs droht eher ein Sparprogramm bei der Bahn. Es wird zwar investiert, aber noch mehr Investitionen sind dringend notwendig da die Bahn noch immer mit den langfristigen Auswirkungen des Sparkurses im Zuge der nicht erfolgten Privatisierung kämpft.

Warum ist die Bahn aus Sicht einer digitalen Ökonomie so wichtig? Deutschland ist ein föderaler Staat und hat eine dementsprechende Wirtschaftsstruktur. Um in einer digitalen Ökonomie zu bestehen, braucht es Flexibilität sowie raschen Austausch von Ressourcen und Information zwischen zahlreichen AkteurInnen. Die Bahn ist eine Infrastruktur, die dies, sogar auf ökologische Weise, ermöglicht. Darüber hinaus ist für viele die Reisezeit im Zug Arbeitszeit – quasi ein mobiler (Co-)Working Space. Wer durch einen ICE geht, sieht zahlreiche Menschen an ihren Laptops arbeiten (es leben die Steckdosen an den Sitzen und auch der WiFi Zugang ist besser geworden). Manchmal sieht man wie Teams ihre informelle Nachbesprechungen nach einem Termin im Speisewagen führen. Die Bahn hat das Thema remote work am Schirm, wie eine Kooperation für Pop-Up Arbeitsplätze mit WeWork am Berliner Hauptbahnhof zeigt. Ebenso den Arbeitsplatz im Zug könnte die Bahn noch innovativer machen – wo sind die Abteile, die sich sowohl architektonisch als auch im Service auf mobile ArbeiterInnen spezialisieren?

Wie man es also dreht und wendet – die Bahn braucht Innovationsmut und das notwendige Geld dazu. Bei der Internet-Infrastruktur hat Deutschland den Zug der Zeit verpasst. Bei der Mobilitätsinfrastruktur wie der Bahn stimmt das Fundament. Noch. Aber wenn die Bundesregierung nicht rasch umdenkt, wird auch dieses endgültig erodieren.

Update (22.11.2018)

Die Berichterstattung in den vergangenen Tagen zeigt (siehe hier und hier), dass die Situation der Deutschen Bahn unverändert dramatisch ist. Ich vertrete die Position, dass die Deutsche Bahn die absolute politische Priorität der Bundesregierung einnehmen sollte – sie ein zentraler Baustein für eine vernünftige und nachhhaltige Wirtschafts- und Umweltpolitik.

 

When the petting zoo spawns into monsters

Sascha Naderer, a former master student at JKU Linz, and I published a paper on crowdfunding in the Journal “Organization: Innovation & Management” titled “When the petting zoo spawns into monsters: open dialogue and a venture’s legitimacy quest in crowdfunding.” (you can access the article also here).

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Digital Transformation: an institutional perspective

Bob Hinings, Royston Greenwood and I published an article titled “Digital innovation and transformation: An institutional perspective” in the journal Organization and Information.

Two observations were critical inspirations for this article. First, Uber experiences how the regulatory contexts of the transportation industry in European cities effectively results in a shutdown of its services in certain jurisdictions. Second, I saw a talk from an Airbnb employee at a conference. He emphasized how crucial the review systems are for the functioning of the market, but he understated the role of existing institutional frameworks. However, through verifying IDs or using insurance services, Airbnb leverages existing institutions too. The lesson from Uber is that context matters – despite the disruptive, forward-looking ‚digital talk‘ championed in Silicon Valley. We can learn from Airbnb that we should think more about the interplay between new and old arrangements.

Consequently, and embracing an institutional perspective, we understand digital transformation as “the combined effects of several digital innovations bringing about novel actors (and actor constellations), structures, practices, values, and beliefs that change, threaten, replace or complement existing rules of the game within organizations and fields“ (Hinings et al., 2018: 3). To become institutionalized, such novel digital arrangements must gain legitimacy (i.e., social acceptance) of critical audiences in a given institutional field.

If you want to learn more, check out our article. You can contact me also via researchgate.

Drifting

Paola Ometto, Johanna Winter, Royston Greenwood, and I published an article in Business & Society titled: “From Balancing Missions to Mission Drift: The Role of the Institutional Context, Spaces, and Compartmentalization in the Scaling of Social Enterprises“. In this article, we examine how a social enterprise in Brazil (a student organization at a private university) struggles to maintain (and ultimately fails) to maintain its mission as it scales-up. We suggest that in addition to spaces of negotiation (in our case the student organization’s assemblies a decision-making arena), herding spaces matter too (arenas allowing a social enterprise to pull support from its environment). However, we demonstrate how compartmentalization undermines these spaces as the organization scales up.

Against the backdrop of this article, I would like to note that I am increasingly fond of longitudinal studies. A mechanism in play at point X in time to prevent, say, mission drift, may not only not work at point Y, but the mechanism operating at point X may lead to unintended (or being unaware of) consequences cumulating into that mission drift at point Y. This paper is based on an empirical, longitudinal study covering a period of 13 years and leverage this rich data over time for our theorizing. If we had just ignored time or examined a shorter period (e.g., the early years of this organization), our story would be a different one (concluding that the organization can balance its missions). However, even if we assume a research question fit, it is undoubtedly neither always possible nor feasible to examine such long time spans. Nevertheless, we should ask ourselves: if we can expand the temporal horizon of studying our phenomenon of interest, what could we learn?

Fellow Austrian Academy of Sciences and more updates

After finishing my dissertation and doing research on crowdwork (see previous blogpost), the Austrian Academy of Sciences awarded me with a Post-DocTrack-Pilotprogram-fellowship of the Austrian Academy of Sciences (19.000 Euro) for continuing to my work on journal manuscripts focusing on crowdsourcing. I will not be able to complete the entire 6-month program, since I will start an assistant professorship (“Juniorprofessur) in digital transformation at the Leuphana University beginning 1st of April 2018 (more on that in my next posts).

In the winter term, I also taught a master course on digital transformation at Leuphana University and took part in activities of the new Digital Transformation Research Center.

I also gave talks on my research at the BI Business School and the University of Innsbruck. Sascha Naderer and I organized a “Food for thoughts” session at the Axis co-working space in Linz, where we sought to transfer our gained insights on crowdfunding to practitioners. I also participated in a discussion on how society can cope and shape digital transformation at the “Das Progressive Zentrum” in Berlin (look at a report of the discussion, I´ve also written a blog post here).

 

Conferences in 2017 and research project Hans-Böckler-Stiftung on crowdwork

I attended several conferences this year, the Academy of Management conference in Atlanta (paper presentation and participation in the OMT doctoral consortium), co-host of a sub-theme at this years SASE meeting, the Open and User Innovation workshop in Innsbruck (with two papers), the EGOS Conference (participation in the doctoral consortium) in Kopenhagen and the Early Scholars Workshop at WU Vienna.

Research Project Crowdwork

Together with Max Ellmer and Claudia Scheba, I am conducting research on what participation mechanisms crowdsourcing platforms deploy to inform, seek feedback, engage in a dialogue with the crowd or include the crowd in decision making. I am grateful to the Hans-Böckler-Stiftung to fund this research.

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